Kinderhumor – Was sagt die Forschung?

 

 

Obwohl weiterhin viele Fragen offen bleiben, haben Wissenschaftler bereits einige Beobachtungen zu der Humorentwicklung von Kindern gemacht. Diese Ergebnisse sind natürlich nur Schätzungen, da jedes Kind sich individuell entwickelt. Hier ein kurzer Überblick:

 

Babies lernen, ihren Körper von der Außenwelt zu unterscheiden und lachen oder lächeln deswegen hauptsächlich bei Berührungen, z. B. wenn man sie kitzelt.

 

Im Alter von 1 bis 2 Jahren ist physischer Humor oder Slapstick sehr beliebt. Gern wird ein Gegenstand gegen einen anderen ausgetauscht – z. B. eine Socke auf den Kopf gesetzt. Wenn etwas nicht zusammen

passt, erzeugt dies Lachen.

 

Mit 2 bis 3 Jahren kommen die ersten Sprachwitze zu Tage. Das Prinzip ist dasselbe: was nicht „normal“ ist, ist lustig: zum Beispiel ein Hund, der miaut. Auch mit merkwürdigen Tönen oder Nonsens-Lauten wird gern experimentiert. Während Kinder lernen, ihren Körper zu kontrollieren (etwa, aufs Töpfchen zu gehen), sind körperbezogene „Tabu-Wörter“ sehr komisch.

 

3 bis 5-jährige finden absurde (meist visuelle) Begebenheiten lustig. Kinder lernen, zwischen Fantasie und Realität zu unterscheiden. Deswegen freuen sie sich z. B. über das unerwartete (und unrealistische) Ende einer Geschichte. Ähnliche Gründe hat die Freude daran, etwas Unerwartetes zu tun (also z. B. nicht zu gehorchen).

 

Kinder im Alter von ca. 6 bis 10 Jahren freuen sich über die kleinen Missgeschicke anderer, wobei es weniger um Schadenfreude geht, sondern eher um die Freude am Ungewöhnlichen. Im Grundschulalter haben Kinder Spaß mit Scherzfragen: wenn sie die Antwort eines Rätsels kennen, stehen sie selbst als klug da. Schon früh werden Witze gern erzählt (und oft wiederholt) – die Witzstruktur ist dabei bekannt, aber die Pointe wird häufig nicht verstanden.

 

Erst ab ca. 10 Jahren wird auch dies gemeistert. Die ersten Witze, die Kinder mögen, würden Erwachsene eher als unoriginell einstufen. Auch Ironie oder Sarkasmus wird von Kleinkindern häufig nicht verstanden – dies entwickelt sich ab einem Alter von etwa 8 bis 10 Jahren. Zuerst wird Ironie verstanden und später dann auch als amüsant empfunden. Die Witze von Jugendlichen sind origineller und subtiler als die jüngerer Kinder und drehen sich häufig um die Veränderungen, die gerade in ihrem Körper vorgehen.

 

Humor entwickelt sich übrigens am besten in einer „sicheren“ Umgebung – also zu Hause oder beim Spielen – und hauptsächlich in Gegenwart anderer Menschen.

 

 

Dr. Kareen Seidler
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Deutsches Institut für Humor

 

 

 

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